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So, ..hier möchte ich was über Vincent van Gogh erzählen!

Seit ich letztens ein Video über ihn gesehen habe, ist er mein Lieblingskünstler!

Er hat so viele gute Taten vollbracht, Schwachen geholfen, ..usw...dazu komme ich gleich noch. Er ist u.a. auch viel in der Welt rumgekommen und hat viele Berufe ausgeübt bis er Künstler wurde!

Vincent van Gogh wurde in Holland geboren! .Erst war er in Sündert,  dann in den Haag, London, Paris, dann ist er wieder zurück nach London und anschließend wieder nach Paris. Er war außerdem in Momatre, Ramsgate (Ort bei London), er ist nach Holland zurückgekehrt, war in Amsterdam, in Belgien, wieder in Holland (Als er 28 war), Den Haag, Holland, Antverpen,  in Paris wieder mit 33 bei seinem Bruder Theo, Arles, Am Mittelmeer und dann wieder bei seinem Bruder Theo in Paris und  anschließend in Ouvert!

 

Wie schon erwähnt hat er viele Berufe ausgeübt bevor er wirklich wusste was er machen möchte!  ..Zuallererst war er Kunsthandelsangestellter, dann Hilfslehrer, Hilfsprediger, daraufhin hat er Theologie studiert, doch ergebnislos hat er das Studium abgebrochen. Dann wurde er Evangelist, hat im Kohlebergwerk gearbeitet, war Zeichner mit 28,,hatte Malunterricht, doch er wurde an der Kunstakademie abgelehnt! 

Er versank in eine tiefe Depression. Den Briefen, die Theo und er sich regelmäßig geschrieben haben, kann man entnehmen, dass sie ein sehr enges Verhältnis zueinender hatten. Vincent war immer knapp mit Geld und bat Theo, obwohl es ihm immer sehr schwer fiel, ihm Geld zu leihen. Theo hat das immer gern gemacht und seinem Bruder geholfen. Jedem seiner Briefe hatte Vincent Zeichnungen hinzugefügt.

Obwohl Vincent nicht mal genügend Geld für sich hatte, nahm er eine Prostituierte mit Kind auf und versorgte beide! Er hat sich nicht viel um sich gekümmert. Andere Menschen waren ihm viel wichtiger. Die Prostituierte trank Alkohol und war nie nüchtern. Dies führte immer wieder zum Streit zwischen Vincent und ihr. Vincent zog aus, als der Streit immer heftiger und unerträglich wurde.

Vincent war sein ganzes Leben lang einsam, was auch mit der Grund für seine Depressionen war. Er wusste nicht wohin mit sich. Er baute ein Haus mit einem freien Zimmer, welches er am schönsten eingerichtet hatte, sodass immer jemand zu Besuch kommen konnte. Sein Bruder Theo kam ihn öfters besuchen. Sein Freund und auch Maler Paul Gauguin kam auch zu Besuch. Vincent freute sich gewaltig, bis Gaugin Vincent malte! Er malte ihn so als ob er ein Verrückter wäre. Das war eine Unverschämtheit von Gaugin. Vincent hatte das zutiefst getroffen und beleidigt und er hat sich daraufhin  mit Gaugin zerstritten.  Am selben Abend ging er in ein Café und schnitt sich dort sein rechtes Ohrläppchen ab. Er ging freiwillig in die Irrenanstalt St. Rémy. Der Arzt dort war sehr nett. Er hat Vincent weiterhin malen lassen. Dort entstanden wundervolle Bilder! Weil der Arzt Vincent´ s Zustand für nicht so gefährlich empfand wurde er schon nach 2 Wochen entlassen.

Vincent wusste nicht mehr wohin vor Verzweiflung, er sah keinen Sinn in seinem Leben, er hatte keinen Erfolg. Zu seinen Lebzeiten hat er nur ein Bild verkauft.  Er wusste nicht für wen uns was er leben soll. In seinen Briefen schilderte er alles seinem Bruder! Dieser sagte ihm, dass seine Bilder irgendwann mal berühmt werden! Damit hatte er Recht!

Auf Vincent´ s letztem Bild malte er schwarze Krähen, die den Tod symbolisieren! Danach gab er sich am 27. Juli 1890 den Todesschuss! 2 Tage lang lag er noch im Bett im beisein von Theo, dann starb er!

Hier ein paar Bilder von Vincent van Gogh:

 

 

 

 

 

ein Selbstbildnis.

 

Starry Night, Vincent van Goghstarry night

 

                    

 
Paul Gauguins Bild von Vincent
 
 
Cypresses



 

 

Richard Wagner (1813-1883)


The following biography is in German, but you can browse his family tree, written in English. There is an excellent biography available in English at Harvard Biographical Dictionary of Music


Richard Wagner wurde 1813 in Leipzig als Sohn des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wilhelm Wagner und der Tochter des Weissbäckermeisters Pätz, Johanna Rosine, geboren. Als den wahren Vater hat man oft den Schauspieler Ludwig Geyer angenommen, der oft bei der Familie zu Gast war. Als Carl Friedrich Wilhelm Wagner starb, verheiratete sich Johanna im Jahre 1814 mit eben diesem Geyer.

Als Richard sieben Jahre alt war, zog die Familie nach Dresden, wo der Knabe in der berühmten Dresdner Kreuzschule seinen ersten Musikunterricht erhielt. 1828 kehrte die Familie dann wieder nach Leipzig zurück, wo sich Richards Interesse an der Musik nochmals verstärkte, auch wenn er beim Klavierspielen keine hervorstechende Begabung an den Tag legte.

Vor 1833 komponierte der junge Wagner traditionellem Stil und Themen entsprechend. Erst, als er die 20 überschritten hatte und sich auf das Komponieren von Opern verlegte, zeichnete sich ein Wendepunkt ab. Alles in allem zogen die Fürsten in den Jahren zwischen den Revolutionen von 1789 und 1848 die Oper vor. Die Bürgerschaft hingegen tendierte dazu, ihr Geld anzusammeln, anstatt es für die Kunst zu vergeuden. War doch die Oper nicht zuletzt eine besonders teure Musikform, da hinter jeder Vorstellung eine grosse Aufführungsmaschinerie steht.

Wagners erste Oper, Die Feen, wurde im Jahre 1834 fertig. Das Werk knüpfte klar an die Traditionen an, die von u.a. Heinrich Marschner, Giacomo Meyerbeer, Gasparo Spontini, Carl Maria von Weber und vielen anderen vertreten wurden. Der berühmteste Name der Branche war Meyerbeer, den man unumstritten als Genie ansah.

Seine Opernproduktion setzte Wagner mit dem Werk Das Liebesverbot (1836) fort, gefolgt von Rienzi (1840). Wagners 'geistiges Vaterland', war, wie Maurice BOUCHER es sah, zu dieser Zeit noch die Kunst, während 'Deutschland' für ihn lediglich eine Seite im Geographiebuch darstellte. Diese Haltung kommt vorzüglich in einem Brief Wagners an Robert Schumann vom Jahre 1836 zum Ausdruck: Schumann sollte ihm dabei behilflich sein, Kontakte zu den Pariser Komponistenkreisen zu etablieren; gleichzeitig scheint er sich noch auf die kosmopolitische Einstellung Schumanns zu verlassen.

Gerade zu jener Zeit, in den 30ern des letzten Jahrhunderts, erlebte der Nationalismus seine starke Aufschwungsphase sowohl in Deutschland als auch anderswo in Europa. Schon die französische Revolution hatte die nationale Identität gestärkt und gezeigt, dass der Lauf der Geschichte beeinflusst werden kann. In Deutschland waren es besonders die Zeit des antinapoleonischen Krieges und der französischen Besetzung, die das Aufkommen des Nationalismus in Gang setzte und das Gefühl der nationalen Zusammengehörigkeit stärkte. Als Gegengewicht zu der traumatischen Zersplitterung der Deutschen entstand der Traum von Vereinigung. Nach der französischen Julirevolution von 1830 entstand überall in Europa im Geiste Giuseppe Mazzinis das "Junge Italien", das "Junge Polen", die "Junge Schweiz", das "Junge Frankreich" und das "Junge Deutschland" (1831-36). Alle Bewegungen propagierten ein stark nationalistisches Programm.

Der Paris-Aufenthalt in den Jahren 1839-1842 stellte den Wendepunkt für Wagner dar. Er träumte davon, die Metropole der Musik zu erobern - es kam aber anders: Die Illusionen zerschellten. Die Pariser Jahre hatten nicht nur eine Änderung in Wagners künstlerischem Stil zur Folge; auch seine Beziehung zum Deutschtum veränderte sich. Es lässt sich die Behauptung aufstellen, dass gerade zu jener Zeit Kunst und Politik im Wagnerschen Weltbild einander begegneten. Wagners eigener Kompositionsstil entwickelte sich parallel zu seinem erwachenden Nationalempfinden. Zum Verständnis der folgenden Studie ist es wichtig, daran zu denken, dass Wagner bei seiner Suche nach dem Deutschtum keinen Rückgriff auf sonstige nationale Elemente, wie z.B. die Volksmusik machte. Von Anfang an war Deutschtum in seiner Gedankenwelt mit den Charakteristika seiner Kunst verknüpft.

Noch im Jahre 1837 hielt er sogar Meyerbeer für einen Deutschen; Dieser habe lediglich des Franzosentums als Mittels benutzt, um seine Vorstellungen zu realisieren, ähnlich wie Napoleon dies tat, um Weltgeschichte zu schaffen. Nun war Wagner allerdings der Ansicht, dass sich Meyerbeer zum Tyrann des französischen Musiklebens entwickelt habe, der keinerlei Interesse für den Rienzi zeige, obgleich diese Frühwerk Wagners klar durch Meyerbeer beeinflusst war. Aus Meyerbeer hatte man einen Teil der glamourösen Fassade der französischen Kultur gemacht, und dies sogar in dem Umfang, dass noch im Jahre 1854 Eugéne de Mirecourt begeistert feststellen konnte: "Meyerbeer n'appartient ni à l'Italie, ni à l'Allemagne; il est à nous seuls!"

Als sich Wagners Auffassung von seinem kulturellen Hintergrund änderte, änderte sich auch seine Ästhetik. Er begann, sich immer mehr als Musikdramatiker denn als Komponisten zu sehen. Er hielt sich für eine Art Kombination zwischen Shakespeare und Beethoven, dazu im Stande, sowohl das Libretto als auch die Musik zu schaffen. Diese neue Denkweise wuchs sich über kurz oder lang zu einer ganzen Weltanschauung aus, in der sich seine Auffassungen von Vergangenheit, Volk, Staat, Kultur und Politik vereinigten. Er strebte danach, nationale, ganzheitliche Kunst zu schaffen. Alfred EINSTEIN konstatierte über Wagner:

He was the first to use music as a means of influensing, of entrancing, of intoxicating, of conquering. To be sure, all musicians direct their attention to the 'world' - to connoisseurs, to a community great or small, to the nation. Even before Wagner a few composers had felt impelled to create a community for themselves because there was none at hand. Handel did so in his oratorios; Beethoven, in his symphonies. So far as Wagner concerned, however, Handel scarcely existed [...] But in Beethoven Wagner saw his true predecessor - or, more precisely, in the Beethoven of the Ninth Symphony, with which the reign of pure instrumental music seemed to have come to an end and that of opera, of his opera, to have begun.

Die Vermischung von künstlerischen und politischen Ambitionen ist in Wagners Fall offenkundig; kein Wunder also, dass er danach trachtete, aktiv im politischen Leben mitwirken zu können. In diesem Zusammenhang sind Wagners Dresdner Jahre (1842-1849) sowie die Münchner-Triebschener Jahre (1864-1872) von Bedeutung.

Im Jahre 1842 erhielt Wagner eine Stellung als Hofkapellmeister in Dresden, beglückt darüber, dass die feste Anstellung seine chronische Geldnot linderte. Das ehrwürdige Amt bot ihm die Gelegenheit, die Verwirklichung seiner reformistischen Opernauffassung zu versuchen. Der fliegende Holländer kam 1843 auf die Bühne, Tannhäuser 1845. Während der 40er Jahre arbeitete Wagner auch am Lohengrin, aber die Uraufführung fand erst im Jahre 1850 in Weimar statt. Gleichzeitig entwickelte Wagner ein immer lebhafteres Interesse an politischen Fragen und begann an den Aktivitäten des in der Stadt wirkenden Vaterlandsvereins teilzunehmen. (Diese Sitzungen lässt er in seiner Autobiographie unerwähnt.) Auf diese Art machte er die Bekanntschaft des revolutionär gesinnten Journalisten August Röckel und des Anarchisten Michail Bakunin, der zu dieser Zeit im Schutze des Decknamens Dr. Schwarz politische Agitation in Dresden betrieb. Wagner nahm mit anderen Revolutionären am Dresdner Aufstand im Mai 1849 teil. Röckel und Bakunin wurden gefangen genommen, Wagner jedoch gelang die Flucht über die Grenze zu Franz Liszt nach Jena.

Die zweite politisch interessante Phase stellen die Jahre in München (1864-65) und Triebschen (1866-72) dar. Nach dem Aufstand von Dresden war Wagner von direkter, aktiver politischer Handlungsweise enttäuscht: Nach seiner Flucht begnügte er sich mit Einflussnahme hinter den Kulissen. In München unterhielt er eine freundschaftliche Beziehung zu dem jungen Bayernkönig Ludwig II. Dies grösstenteils deshalb, weil er vermutete, dass Deutschland unter Bayerns Führung geeint werden würde. Gleichzeitig unterstützte Ludwig in wirtschaftlicher Hinsicht Wagners Opernproduktion. So wurden in München die folgenden Opern uraufgeführt: Tristan und Isolde 1865, Die Meistersinger von Nürnberg 1868, Das Rheingold 1869 und Die Walküre 1870. Das Rheingold und Die Walküre waren die zwei ersten Teile der Operntetralogie Der Ring des Nibelungen, mit dem Wagner schon seit Beginn der 50er Jahre beschäftigt war. Die zwei letzten Teile der Tetralogie, Siegfried und Götterdämmerung wurden erst 1876 in dem von Wagner selbst geplanten Opernhaus anlässlich der ersten Festspiele aufgeführt.

Im Frühling 1866 fand Wagner in Triebschen in der Schweiz ein neues Domizil. Er musste München im Dezember 1865 verlassen, weil die öffentliche Debatte um seinen Einfluss auf den jungen König immer schärfer wurde und in direkte Feindschaft gegen ihn ausgeufert war. Obwohl Wagner nach Triebschen zog, brach sein Kontakt zu Ludwig nicht ab. Als es zwischen Preussen und Österreich im Juli 1866 zum Krieg kam, begann Wagner, ein immer stärkeres Wohlwollen für die Preussen zu entwickeln. Er begriff, dass der Architekt der Umwälzungen nicht Ludwig sondern Bismarck hiess. Wagner begann nun, Kontakte nach Berlin zu suchen; als Vermittler fungierte Lothar Bucher, mit dem Wagner durch die revolutionären Ereignisse in Dresden bekannt war. Bedauerlicherweise zeigte Bismarck jedoch kein grösseres Interesse an Wagner. Folglich beklagte Cosima Wagner (seine zweite Frau und die Tochter Franz Liszts) in ihrem Tagebuch, dass Bismarck, weil er Wagner seine Unterstützung verweigert hatte, nur preussische und keine gesamtdeutsche Politik getrieben habe. Cosima sah also in der Kunst ihres Mannes die gesamtdeutsche Kunst par exellence, deren wahrhaftes Verständnis Hand in Hand mit der natürlichen Entwicklung des deutschen Staates ginge.

Obwohl Bismarcks offizielle Absegnung ausblieb, veranstaltete Wagner seine Kunst als grossangelegte Organisation, zu der zahlreiche Wagner-Vereinigungen, die Bayreuther Festspiele, die Zeitschrift Bayreuther Blätter und der sog. Bayreuther Kreis gehörten, die nach Wagners Tod die Pflege seines musikalischen und schriftstellerischen Erbes zu besorgen hatten. Der Komponist starb am 13.2.1883 an einem Herzinfarkt, als er gerade damit beschäftigt war, für die Bayreuther Blätter einen Artikel "über das Weibliche im Menschlichen" zu verfassen.

http://www.goethe.de/os/hon/aut/deeic.HTM#bio

 

 

Die Ballade "Die Grenadiere" wurde von Heinrich Heine 1821 veröffentlicht. Es berichtet von zwei in Rußland gefangen genommenen französischen Grenadieren, die bei ihrer Rückkehr nach Frankreich zu ihrem Leidwesen erfahren, daß ihr geliebter Kaiser Napoleon inzwischen besiegt und gefangen genommen worden ist.

Heinrich Heine, der 1797 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Düsseldorf geboren wurde, ging während der Zeit der französischen Besatzung in Düsseldorf auf das dortige Gymnasium. Er erlebte selbst, wie die Franzosen damals durch moderne Gesetze dafür sorgten, daß alle Bürger, auch die bisher benachteiligten Juden, vor dem Gesetz gleichgestellt wurden. Es ist daher anzunehmen, daß Heines Sympathie den Franzosen und Kaiser Napoleon galt, obwohl die meisten Deutschen in Napoleon den fremden Eroberer haßten.

Das Gedicht besteht aus neun Strophen mit je vier Versen, die jeweils im Kreuzreim angeordnet sind. Das Metrum der 4 Verse korrespondiert mit der Reimordnung a b a b: auf 4 Hebungen im 1. und 3. Vers folgen jeweils 3 Hebungen im 2. und 4. Vers jeder Strophe. Jamben und Anapäste wechseln entsprechend der unterschiedlichen Silbenzahl innerhalb einzelner Verse. In der siebten Strophe, der mit den kürzesten Versen, kann man das Metrum am besten erkennen: 4 Jamben mit 8 Silben im 1. und 3. Vers und 3 Jamben mit 7 Silben im 3. und 4. Vers. Auffällig beim Lesen sind die Wiederholungen von ganzen Wörtern ("Kaiser" und "was schert mich" in V. 8, 17, 20 und 36) und die vielen Alliterationen, besonders solche mit dem Buchstaben "w" (V. 9, 10, 11, 12, 15 und 17).

Zwei Grenadiere hören während ihrer Rückkehr im deutschen Quartier von der vollständigen Niederlage Frankreichs und Napoleons und können sich ihrer Tränen nicht erwehren. Alte Verwundungen aus dem Kampf schmerzen wieder und verschlimmern die Niedergeschlagenheit des einen Soldaten. Auch der andere ist so niedergeschlagen, daß er keinen richtigen Lebensmut mehr hat: "[.] ich möcht mit dir sterben" (Vers 14). Doch die Sorge um Weib und Kind hält ihn aufrecht. Aber der erste Soldat schert sich nicht um Weib und Kind, seine Sorge gilt nur seinem gefangenen Kaiser. Falls er sterben sollte, möchte er, daß sein Kamerad seine Leiche in "Frankreichs Erde" (Vers 24) begrabe, damit er sofort zur Stelle sein könne, wenn der über alles geliebte Kaiser dereinst wieder in den Kampf ziehe. Des Grenadiers Liebe, Treue und Ergebenheit lassen die eheliche Liebe weit hinter sich und gehen sogar über den Tod hinaus. Diese fast schon überirdische Liebe, die einer Vergötterung des Idols Napoleon gleichkommt, wird rhetorisch sehr wirkungsvoll durch eine dreifache Anapher (der Kaiser, der Kaiser) in den Versen 8, 20 und 36 unterstrichen. Auch die Alliterationen mit den Buchstaben "w" (s.o.) und "m" (Vers 20) verstärken lautmalend den Eindruck, daß dieser treue Soldat aus lauter Kummer weint. Man könnte fast annehmen, daß er wie ein kleines Kind weint.

"Die Grenadiere" erleben den Zusammenbruch alles dessen, wofür sie seit vielen Jahren gekämpft und gelitten (vgl. Vers 12) haben. Mit und durch Napoleon wollten sie für ein neues Europa kämpfen. Es war alles umsonst, aber der eine Grenadier hofft verzweifelt auf eine siegreiche Wiederkehr Napoleons! Wahrscheinlich ist das Gedicht vor 1821 entstanden, als Napoleon nach St. Helena verbannt war und eine Rückkehr nicht ganz ausgeschlossen werden konnte. Viele Franzosen dachten damals so. Man merkt auch, daß der lyrische Erzähler (Heinrich Heine) den einen Grenadier sympathisch darstellt, so daß dessen Liebe zum Kaiser sich auch dem Leser mitteilt. Wer so geliebt wird, kann kein blutrünstiger Schlächter sein, als der Napoleon bei Heines Landsleuten, den Deutschen, zu jener Zeit galt. Wahrscheinlich bewundert Heine den Kaiser oder sympathisiert mit ihm und seinen Soldaten, weil sie im damaligen, rückständigen Deutschland Adel und Kirche entmachteten und allen Bürgern, auch den Juden, gleiche Rechte verschafften. Heines spätere Wahlheimat Frankreich läßt sich schon aus diesem gut lesbaren Gedicht erahnen.

Heine sympathisierte zu einer Zeit, als Frankreich als sogenannter Erbfeind verhaßt war, mit einer fremden Nation. Heine war also kein deutschtümelnder Nationalist, sondern fühlte sich dort zu Hause, wo man als Gleicher unter Gleichen frei sein konnte. Das war um 1820 sehr mutig und ist es eigentlich immer noch. Bemerkenswert ist auch, daß Heine den Krieg nicht um jeden Preis verurteilte, wie es heute vielfach oder sogar durchweg in allen Gedichten und Kurzgeschichten getan wird, sondern offensichtlich zwischen solchen und jenen Kriegen unterschieden hat.

 

 

Die Grenadiere

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier,
Die waren in Rußland gefangen.
Und als sie kamen ins deutsche Quartier,
Sie ließen die Köpfe hangen.

Da hörten sie beide die traurige Mär:
Daß Frankreich verloren gegangen,
Besiegt und zerschlagen das große Heer -
Und der Kaiser, der Kaiser gefangen.

Da weinten zusammen die Grenadier
Wohl ob der kläglichen Kunde.
Der eine sprach: Wie weh wird mir,
Wie brennt meine alte Wunde!

Der andre sprach: Das Lied ist aus,
Auch ich möcht mit dir sterben,
Doch hab ich Weib und Kind zu Haus,
Die ohne mich verderben.

Was schert mich Weib, was schert mich Kind,
Ich trage weit beßres Verlangen;
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind -
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen!

Gewähr mir, Bruder, eine Bitt:
Wenn ich jetzt sterben werde,
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit,
Begrab mich in Frankreichs Erde.

Das Ehrenkreuz am roten Band
Sollst du aufs Herz mir legen;
Die Flinte gib mir in die Hand,
Und gürt mir um den Degen.

So will ich liegen und horchen still,
Wie eine Schildwach, im Grabe,
Bis einst ich höre Kanonengebrüll
Und wiehernder Rosse Getrabe.

Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab,
Viel Schwerter klirren und blitzen;
Dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab -
Den Kaiser, den Kaiser zu schützen.

(1817-1821)



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